Abenteuer Fernreise! Wer eine Flussfahrt außerhalb Europas bucht, darf sich auf Erlebnisse freuen, die mit einer beschaulichen Rheinreise wenig zu tun haben. Deshalb ist das Publikum hier auch jünger; schon die Anreise, etwa nach Asien, ist schließlich strapaziös. Womit die zurzeit wohl spannendste neue Destination auch schon genannt wäre: Nach dem Yangziin China und dem Ayeyarwady in Burma ist jetzt vor allem der Mekong in aller Munde. Auch in deutschen Veranstalterkatalogen taucht Südostasiens mächtigster Strom längst auf, etwa von Lernidee mit der Mekong Sun. Die aufregenden Fahrten auf den typischen Holzschiffen bieten nicht nur Reisebilder wie aus einer anderen Zeit, sondern auch die Begegnung mit gleich vier Ländern: Vietnam, Laos, Kambodscha und Thailand. Verschiedene Routen sind möglich: Mal wird nur ein kurzer Abschnitt in Laos befahren, mal die Strecke von Ho Chi Minh City (Saigon), der größten Stadt Vietnams, über Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh und weiter über den Tonle Sap bis nach Angkor Wat, der magischen Tempelstadt im Urwald, die allein schon eine Weltreise wert ist.
Flussreisen für alle Sinne gibt es auch auf dem benachbarten indischen Subkontinent. Robuste Schiffe kreuzen auf dem vom Himalaya ins bengalische Tiefland hinabfließenden Brahmaputra ebenso wie auf dem Ganges, Indiens „heiligem Strom“, der in Bangladesh ein gewaltiges Delta bildet. Und wer erleben möchte, dass man Indien auch überaus komfortabel bereisen kann, bucht eine Tour durch die Kerala Backwaters in Südindien: Die dort fahrenden Reisboote sind größere Hausboote mit oft erstklassigem Komfort.
Wir wechseln den Kontinent. In Südamerika ist natürlich der größte Strom der Erde ein Flussreisenklassiker: der Amazonas. Er ist so gewaltig, dass sogar Hochseeschiffe wie die Hanseatic oder die Bremen von Hapag Lloyd auf ihm fahren können. Wer es intimer mag, dem sei eine Reise mit einer „Gaiola“ empfohlen, wie sie in der Printausgabe des Flussreisen Guide ab Seite 42 vorgestellt wird: Sie fährt tief hinein in den Dschungel. Amazonas hautnah!
Eher weiter weg vom Land ist man dagegen auf dem „Ol’ Man River“ der USA, dem Mississippi. Über weite Strecken ist er komplett eingedeicht. Man sieht also fast nichts außer dem Schiff selbst – den legendären Raddampfer wie aus Mark Twains Zeiten. Und selbst das ist zurzeit nur begrenzt möglich, denn die Betreiber der Schiffe kämpfen derzeit mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Wer dennoch unbedingt einen Raddampfer erleben möchte: Originelle Kopien fahren auf dem Murray River im Südosten Australiens.