Schon Peter der Große träumte von einem Wasserweg zwischen St. Petersburg und Moskau. Doch erst im 20. Jahrhundert wurde die Passage dank des Moskau-Wolga-Kanals und des Wolga-Baltik-Kanals möglich. Auf dieser Route, zu der auch die Fahrt über die beiden größten Binnengewässer Europas gehört (Ladogasee und Onegasee), verkehren rund 60 weitgehend baugleiche Schiffe. Die meisten wurden zu Sowjetzeiten in der Boizenburger Werft in der DDR gebaut. Sie werden von russischen Eignern verchartert. Einzig Viking River Cruises führt seine Schiffe in Eigenregie; zurzeit werden sie einem beachtlichem Umbauprogramm unterzogen (siehe Viking Kirov).
Die Passage wird in beiden Richtungen angeboten, meist ergänzt durch ausführliche Vor- und Nachprogramme in den beiden Metropolen sowie mit zusätzlichen Ausflügen, etwa zum Kloster Zagorsk bei Moskau oder von St. Petersburg aus zur alten Hansestadt Nowgorod. Die beste Reisezeit beginnt Ende Mai: Bis Ende Juli strahlt dann St. Petersburg im magischen Licht der „Weißen Nächte“. Bei Wetterglück ist auch der Herbst schön. – Wichtig: In Russland gilt Visumspflicht.
HÖHEPUNKTE
Moskau, mit 10,5 Millionen Einwohnern Europas größte Stadt, ist eine Weltmetropole im Wandel und ein gewaltiges Museum zugleich. Der Besuch des Roten Platzes mit der Basilius-Kathedrale, dem Kreml und dem Kaufhaus GUM sowie eine Fahrt mit der Metro gehören zum Mindestprogramm. Als Ausflugsziel wird mitunter Zagorsk angesteuert, das wichtigste Kloster der russisch-orthodoxen Kirche. Zum „Goldenen Ring“ altrussischer Städte um Moskau zählen Uglitsch und Jaroslawl an der Wolga; beide bieten prachtvolle Klosterbauten und schöne Altstadtbilder. Naturerlebnisse prägen die Reise durch die endlose Weite Kareliens; längs der Ufer blickt man auf Wälder und auf Dörfer, die zum Teil nur im Sommer bewohnt sind. Auf keiner Passage fehlen darf die Insel Kishi, das „Juwel im Onegasee“ mit seinen faszinierenden Schindelholzkirchen. St. Petersburg schließlich ist, ob als Ausgangspunkt oder als Ziel, für viele der Höhepunkt der Reise: Katharinenpalast, Bernsteinzimmer, Peterhof, Eremitage … Zwei Tage braucht man mindestens für die goldene Stadt der Zaren.