Foto: Niederländisches Fremdenverkehrsamt

Niederlande und Flandern

Zumindest in einer Hinsicht ist das Revier Niederlande einzigartig: Wo sonst auf der Welt kann man schon vom Schiff auf die Landschaft hinunterschauen? Die Niederlande heißen nicht umsonst so: Rund ein Drittel des Königreichs liegt unter dem Meeresspiegel. Auf dem Ijsselmeer erlebt man sogar einen „Hauch Hochsee“, auch wenn der eingedeichte Meeresarm längst nicht so stürmisch ist wie das Kap Hoorn (das übrigens nach dem Ort Hoorn am Ijsselmeer benannt wurde). Vor allem im Frühjahr und im Herbst fahren die Flussschiffe durch die unzähligen Kanäle, Flüsse und Grachten, vorbei an Windmühlen, Giebelhäusern und Tulpenplantagen. Und immer bleibt es flach, das heißt, es gibt kaum Schleusen – auch Hausbootkapitäne wissen das zu schätzen. Ebenso ideal für einen Urlaub auf dem Wasser ist das Benelux-Nachbarland Belgien. Die Übergänge zwischen beiden Staaten sind „fließend“. Der wichtigste Fluss im belgischen Flandern ist die Schelde. Sie verbindet die holländischen Wasserwege mit Antwerpen, einem der größten Seehäfen Europas und Ausgangspunkt vieler Routen, sowie mit Gent, der zweiten wichtigen Destination für Flussreisen in Belgien.

HÖHEPUNKTE
Eine Gracht in Amsterdam (Foto: Niederländisches Fremdenverkehrsamt)Amsterdam ist bei den meisten Kreuzfahrten durch die Region das Hauptziel; ein zweitägiger Aufenthalt ist die Regel. Der Anlegeplatz der Schiffe liegt ideal: in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs. Wer will, kann dort sofort in die Grachtenschiffe umsteigen – die Rundfahrt ist immer noch die beliebteste Form, Amsterdam zu erleben. Aber auch zu Fuß lassen sich Prinsen-, Heren- und Keizersgracht gut erkunden. Weltniveau hat das Amsterdamer Museumsangebot, unter anderem mit Rijksmuseum, Van Gogh Museum, Rembrandthaus und dem einstigen Wohnhaus des von den Nationalsozialisten verhafteten jüdischen Mädchens Anne Frank an der Prinsengracht.

Der Keukenhof überzeugt durch seine Blütenpracht (Foto: Niederländisches Fremendverkehrsamt)Schiedam
vor den Toren Rotterdams ist der Ausgangspunkt für viele Ausflüge zu touristischen Klassikern: Man besucht Delft mit seiner berühmten Porzellanmanufaktur, Den Haag mit dem Regierungssitz und der Residenz der königlichen Familie, außerdem Leiden, die Geburtsstadt Rembrandts, die mit ihren Grachten und Giebeln die fast perfekte „Holland-Idylle“ verkörpert. Letzteres gilt auch für zwei optische Höhepunkte am Rande: die Windmühlen von Kinderdijk nahe Dordrecht und die Blumenmeere des Keukenhofs südlich von Amsterdam. Ein Tipp ist auch Nijmegen (dt. Nimwegen): Die älteste Stadt des Landes wurde zwar im Krieg stark zerstört, hat sich aber zu einer jung-modernen Universitätsstadt entwickelt. Die Schiffe liegen direkt an der Uferpromenade der Waal, an der sich eine Kneipe an die andere reiht.

Der Grote Markt in Antwerpen (Foto: Belgisches Fremdenverkehrsamt)Auch in Antwerpen legen die Schiffe in unmittelbarer Nähe der Altstadt an. Traditionelle Treffs sind dort der Grote Markt und der Groenplaats mit seinen Restaurants. Die Fußgängerzone Meir führt zur Centraal Station: Der schönste Hauptbahnhof Europas sieht aus wie eine prunkvolle Kathedrale. In Gent, der Stadt mit dem Drei-Türme-Panorama, stehen die schönsten Giebelhäuser am Vrijdagmarkt. Besonders sehenswert ist der Genter Altar in der Sint-Baafskathedraal. In Gent ist ein organisierter Ausflug zu empfehlen: Der Liegeplatz befindet sich außerhalb der Altstadt in einem Industriegebiet.



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