Kerkyra (Korfu), Griechenland
Schon Sissi, die „junge Kaiserin“, war unsterblich in Korfu verliebt. Immer wieder besuchte die österreichische Monarchin die größte der Ionischen Inseln und erfreute sich an der „ungriechisch“ grünen Landschaft und dem angenehmen Klima. Ihr Mann, Kaiser Franz-Josef, war kein einziges Mal dabei – Elisabeth selbst aber setzte sich mit dem Achilleion, einem 1890–92 erbauten Phantasiepalast in Gastouri (7 km südlich von Kekryra), ein Denkmal ihrer Griechenland-Sehnsucht. Auch Deutschlands Kaiser Willhelm war von dem Palast tief beeindruckt: 1907, elf Jahre nach Sissis Tod, kaufte er ihn. Besonders bewegend: die Statue des „Sterbenden Achill“ im Park des Palasts. Und bei der Herfahrt der Blick auf ein malerisches Klosterkirchlein auf der „Mäuseinsel“ direkt vor der Küste.
Wer keine Inseltouren unternimmt, wird auch in der Haupt- und Hafenstadt Kerkyra eine angenehme Zeit verbringen. Das Altstadt bietet schattige Gassen ohne Autoverkehr und eine sehenswerte orthodoxe Kirche (Agios Spirodon). Zur Seeseite hin thront vor ihr das Kastell St. George, das die Briten während ihrer Protektoratszeit (1815–64) errichteten – noch heute spielt man auf dm Platz davor am Sonntag Cricket. Überhaupt vereint Kerkyra im Kleinformat fast sämtliche Kultureinflüsse, die Griechenland je prägten – von der Antike über die byzantinische und die venezianische Epoche bis hin zur Zeit französischer oder britischer Protektorate. Einzig auf Hinterlassenschaften aus osmanischer Zeit wird man nicht stoßen: Die Ionischen Inseln waren der einzige Teil Griechenlands, der nie unter türkischer Oberherrschaft stand.
Tipp Die besten Plätze für den in Griechenland so beliebten Café frappé findet man unter den Arkaden des Listón vor der Altstadt von Kerkyra. Am frühen Abend, wenn die halbe Stadt sich hier zum Schwatz versammelt, fühlt man sich dort fast wie in Italien.