La Gomera (San Sebastián), Spanien
12 Millionen Jahre ist La Gomera, die zweitkleinste Kanarische Insel, schon alt. Und ihr vulkanischer Ursprung ist deutlich erkennbar. Aus der Luft sieht die Insel so aus, als ob sich ein Ring aus Lavafelsen um das grüne Tal in der Mitte legt. Dort erstreckt sich übrigens der weltweit größte, zusammenhängende Lorbeerwald. Wald und Vulkanschlote sind UNESCO-Weltnaturerbe (Nationalpark Garajonay). Besonders spektakulär sind die Organos: Eigenartig geformtes, durch die Witterung freigelegtes Lavaschlot, das wie eine Felswand aus gemeißelten Orgelpfeifen aussieht.
Die Insel hat vieles von ihrem Ursprung bewahrt. So findet man nur hier noch Überreste der eigenartigen Pfeifsprache El Silbo, in der sich einst die Ureinwohner über weite Schluchten und Täler hinweg verständigten. Das bekannteste Tal der Insel, Valle Gran Rey (Tal des großen Königs), war einst Standort zahlreicher Hippie-Kommunen, die zum Teil in Höhlen am Strand wohnten.
Ein paar Jahrhunderte vor den Hippies machte Christoph Kolumbus auf La Gomera einen Zwischenstopp, bevor er nach Indien aufbrach und Amerika erreichte. Der Brunnen La Aguada im alten Zollhaus erinnert an den Besuch des Seefahrers, aus dem er angeblich Wasser für die Überfahrt und die spätere „Taufe” Amerikas geschöpft haben soll.
Die mit knapp 8.400 Einwohnern sehr kleine Inselhauptstadt San Sebastán strahlt eine idyllische Atmosphäre aus. Die Hafenstadt hat einen sehr schönen Yachthafen und eine kleine Promenade, von der man die Nachbarinsel Teneriffa und den Teide gut sehen kann. Rund um die Plaza de Las Americas, die direkt am Meer liegt, befinden sich zahlreiche Bars und das hübsche Rathaus. Gleich dahinter folgt die Plaza de la Constitution, wo man unter schattigen Lorbeerbäumen einen Kaffee trinkt.