Santa Cruz (La Palma), Spanien

Santa Cruz (La Palma), Spanien

Die Hafen- und Hauptstadt Santa Cruz de la Palma (ca. 14.000 Einwohner) besitzt einen Altstadtkern, der zum kunsthistorischen Baudenkmal ernannt wurde. Entlang der Avenida Maritima, Ufer- und Hauptstraße zugleich, sieht man zwischen neuen Gebäuden einige alte Hausfassaden im kanarischen oder kolonialen Stil mit kunstvoll verzierten Holzbalkonen. Parallel dazu verläuft die Calle O’Daly, wo sich neben dem Rathaus aus dem 16. Jahrhundert die Plaza de España mit der Iglesia Matriz de El Salvador sowie kleine Geschäfte, Cafeterias und Restaurants befinden.

Die nur 42 Kilometer lange und 28 Kilometer breite „Kanarin“ ist vom Massentourismus bisher weitgehend verschont geblieben. Gerade einmal 7.500 Betten hat die Insel, verteilt auf nur wenige größere Hotels und vor allem Ferienwohnungen. Die Insel ist besonders bei Individualtouristen beliebt, von denen deutsche Besucher mit 80 Prozent den größten Anteil ausmachen. Sie zieht es meist in die Gegend von Puerto Naos oder nach Los Cancajos. Ruhiger geht es im Inselinneren oder auf der Westseite der Insel zu, zum Beispiel bei Los Llanos de Aridane oder in El Paso.

Die Insel, deren Lorbeerwald Los Tilos schon 1983 zum Biosphärenreservat erklärt worden war (und 2002 die ganze Insel), hat nicht nur landschaftlich als ganzjährig grüne Insel einiges zu bieten. Spektakulär sind zum Beispiel die so genannten Petroglyphen im Kulturpark La Zarza: kreisförmige Steinritzungen, deren Bedeutung bisher noch nicht erschlossen sind. Die Kreisformen gehen aber vermutlich auf das Volk der Guanchen zurück, die im Neolithikum die Insel besiedelten. Ein weiterer Höhepunkt ist der Archäologiepark bei der Höhle von Belmaco – mit 4.000 Jahren der älteste Ausgrabungsort La Palmas.

Wer schon einmal auf La Palma war, dem wird sicherlich aufgefallen sein, dass nachts keine Leuchtreklame strahlt und die Straßenlampen sehr dezent nach unten leuchten. Das liegt an den zahlreichen Observatorien, in denen Wissenschaftler aus aller Welt tätig sind. Das Licht soll die Astronomen nicht bei ihrer Tätigkeit behindern – deshalb sind nächtliche Lichtschilder sogar verboten. La Palma eignet sich hervorragend für die Himmelserkundung, da hier wolkenfreies Klima und Dunkelheit herrscht. Im Juli 2007 wurde auf dem 2.400 Meter hohen Roque de los Muchachos das weltweit größte Teleskop eingeweiht.


Tipp Ein Ausflug zu den Vulkanen Teneguia (1971 ausgebrochen) oder San Antonio (letzter Ausbruch 1678) empfiehlt sich nur mit guter Ausrüstung und wetterfester Kleidung. Die Passatwinde entpuppen sich in entsprechender Höhe als gewaltige Böen.



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